Rubrikübersicht | Impressum | 12. Juli 2026


Leserbriefe

VCD fordert: Regionalzüge nicht ins Leere laufen lassen

Trassenpreise schnell und wirksam reformieren!


Am 19. März hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Trassenpreisbremse für den Schienen-Regionalverkehr als EU-rechtswidrig erklärt. Seitdem kommen auf die Länder Mehrkosten in Höhe von etwa 400 Millionen Euro jährlich zu, wenn sie den Regionalverkehr wie bisher aufrechterhalten. Dies war gestern auch Thema der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) im Bundeskanzleramt - ohne Ergebnisse. Matthias Kurzeck, Bundesvorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs VCD, fordert eine Reform der Trassenpreise.

Berlin, 26. Juni 2026. "Es ist höchste Zeit. Bund und Länder müssen die Mehrzahlungen für die Schienenmaut (Trassenpreise) im Regionalverkehr rasch regeln" sagt Matthias Kurzeck, Bundesvorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs VCD. Da der Bund die nötigen Mittel für den Regionalverkehr, die Regionalisierungsmittel, bereitstelle, sei er gefordert, die Mehrkosten zu übernehmen. Andernfalls drohten ausgedünnte oder gar eingestellte Regionalverbindungen, weil das Geld nicht mehr reiche. „Das wäre fatal in Zeiten, in denen u.a. das Deutschlandticket mehr Menschen motiviert, die Bahn zu nutzen", so Kurzeck. „Umgekehrt wird ein Schuh draus: Jetzt gilt es, in die Modernisierung und den Ausbau von Bus und Bahn zu investieren."

Umso mehr sei der Bund gefordert, eine Trassenpreisreform vorzulegen, die den Verkehr auf der Schiene schützt und attraktiver macht. Die Schienenmaut müsse künftig längerfristig festgesetzt werden, statt wie bisher kurzfristig nur für das kommende Jahr. Nur so hätten die Unternehmen Planungssicherheit, sagt Kurzeck. „Und sie muss bezahlbar werden: Letztlich muss Deutschland, wie seine Nachbarn, vom Vollkosten- auf das Grenzkostenprinzip übergehen - dann werden nur noch die Kosten berechnet, die für eine Fahrt tatsächlich anfallen. Erst damit die umweltfreundliche Bahn im Wettbewerb mithalten - und nur so könnte es gelingen, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern."

Zum Hintergrund: Anders als in weiten Teilen Europas werden Gebühren für die Nutzung der Schiene in Deutschland bislang nach dem Vollkostenprinzip berechnet. Das heißt, Bahnunternehmen müssen die gesamten Kosten für den Betrieb des Schienennetzes inkl. Kapitalkosten tragen. Das treibt die Schienenmaut in die Höhe. Wir fordern das Grenzkostenprinzip - dabei sind für eine Zugfahrt nur die Kosten zu bezahlen, die tatsächlich durch sie verursacht werden.

PM

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