Leserbriefe
Bittere Ironie: Parkplätze zu vermieten bei Mapal WWS (Foto: IGM Pforzheim)
IG Metall fordert klare Zukunftsstrategie für den Standort Pforzheim.
Pforzheim - Mit Protest startete der heutige Verhandlungsauftakt zum Personalabbau bei MAPAL WWS. Mehrere Betriebsräte und Vertrauensleute haben Ihre Kolleginnen und Kollegen zu Schichtbeginn auf dem Mitarbeiterparkplatz begrüßt und scherzhaft verkündet, dass demnächst 75 freie Parkplätze auf der Wilferdinger Höhe zu vermieten seien. Denn genau so viele Beschäftigte will MAPAL WWS bis Ende des Jahres kündigen. Wie es am Standort zukünftig weiter gehen wird, ist der Arbeitnehmervertretung derzeit unklar.
Eduard Dokter, Betriebsratsvorsitzender bei MAPAL WWS, kommentiert die kreative Aktion: „Es ist schon makaber, solche Späße zu machen. Aber viel mehr als Galgenhumor bleibt uns zurzeit leider nicht. Die Auftragslage im Unternehmen ist alles andere als gut und leider können wir auch mittelfristig nicht von einer Besserung ausgehen. Unter diesen Rahmenbedingungen kämpfen wir um jeden Arbeitsplatz und für sozialverträgliche Lösungen beim Personalabbau.„
Ob der alleinige Abbau von Arbeitsplätzen den Standort für die Zukunft absichert, ist aus Sicht der IG Metall fragwürdig. Tom Wolters, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Pforzheim, macht der Konzernleitung in Aalen den Vorwurf, keine langfristige Strategie für den Standort zu haben.
„Die Unternehmensleitung will einen harten Einschnitt beim Personal. Ansonsten soll alles bleiben, wie es ist. Die Beschäftigten tragen am Ende die Rechnung, weil man nicht rechtzeitig begonnen hat Maßnahmen einzuleiten, die das fehlende Auftragsvolumen aus der Automobilindustrie kompensieren könnten. Eine Neuausrichtung von Märkten, Produkten und Geschäftsmodellen muss nun umgehend erfolgen, das fordern die Beschäftigten sehr klar ein.„
Konkret schlägt die IG Metall der Unternehmensleitung einen Zukunftstarifvertrag vor. Dieser soll die Beschäftigten an der strategischen Ausrichtung des Unternehmens beteiligen. „Wir müssen
bei MAPAL WWS jetzt die Flucht nach vorne antreten, gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen und dabei braucht es das Know-how von Betriebsrat und Beschäftigten.„ erläutert Tom Wolters.
Die IG Metall Pforzheim behält sich weitere Aktion im Rahmen der Verhandlungen vor.
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