Rubrikübersicht | Impressum | 10. Oktober 2026


Leserbriefe

Mehr als 500 Beschäftigte setzen starkes Zeichen für die Zukunft von MAHLE

Bild: Beschäftigte von Mahle demonstrieren für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze (Foto: igm)

Beschäftigte von Mahle demonstrieren für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze (Foto: igm)

Aktionen in Mühlacker und Vaihingen sind Teil des bundesweiten Automobil-Aktionstags der IG Metall - Beschäftigte fordern verbindliche Perspektiven, Investitionen und Zukunftsprodukte

Mehr als 500 Beschäftigte haben sich am Montag an den Aktionen der IG Metall bei MAHLE in Mühlacker und Vaihingen beteiligt. Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag
- Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke" machten sie an beiden Standorten deutlich, dass Arbeitsplätze, tarifliche Standards und die industrielle Zukunft der Region nicht
einem kurzfristigen Sparkurs geopfert werden dürfen. Die Belegschaften fordern verlässliche Perspektiven, Investitionen und Zukunftsprodukte für beide Standorte.
Die hohe Beteiligung in Mühlacker und Vaihingen ist Teil eines bundesweit starken Signals aus der Automobil- und Zulieferindustrie. Beim Automobil-Aktionstag der IG
Metall traten Beschäftigte an zahlreichen Standorten gemeinsam für sichere Arbeitsplätze, starke Werke und eine industrielle Zukunft in Deutschland ein. Die
Aktionen zeigen, dass die Belegschaften bereit sind, sich geschlossen in die laufenden Auseinandersetzungen einzumischen und Zukunftsentscheidungen nicht allein den
Unternehmenszentralen zu überlassen. Die IG Metall Pforzheim verhandelt aus diesem Grund gemeinsam dem Betriebsrat eine Standort- und Zukunftssicherung für die
Beschäftigten in Mühlacker und Vaihingen.
Nektaria Christidou, Betriebsratsvorsitzende bei MAHLE in Mühlacker, erklärt: „Die Standortverhandlungen müssen jetzt zu belastbaren Ergebnissen führen.
Dies funktioniert aber nur, wenn das MAHLE Management endlich ihre überzogenen Forderungen nach der 40 Stunden-Woche, dem damit verbundenen Personalabbau
sowie den massiven Einschnitten beim Entgelt abrücken. Die Beschäftigten sind bereit, Verantwortung zu übernehmen - aber Beiträge gibt es nicht ohne verbindliche Sicherheit
und schon gar nicht, wenn man auf dem Rücken der Beschäftigten einfach nur Politik machen will. Wir brauchen Produkte, Investitionen und eine Perspektive für Mühlacker
und Vaihingen über 2030 hinaus. Beide Standorte müssen eigenständig und dauerhaft abgesichert werden."
Tom Wolters, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Pforzheim, betont: „Die Aktionen in Mühlacker und Vaihingen stehen nicht allein. Bundesweit zeigen Beschäftigte: Wir
lassen uns nicht Werk gegen Werk und Hersteller gegen Zulieferer ausspielen. Die Unternehmen müssen Zukunftsprodukte in die Werke bringen, in Standorte investieren und die 35-Stunden-Woche anerkennen. Die Politik muss dafür sorgen, dass gilt: Wer hier verkauft, muss auch hier produzieren - mit bezahlbarer Energie, weniger unnötiger Bürokratie und gezielter Förderung für Zukunftstechnologien. Die Transformation darf
nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden."
Für die IG Metall ist klar: Die Unternehmen stehen in der Verantwortung, Zukunftsprodukte in die Werke zu bringen, Investitionen verbindlich zuzusagen und Beschäftigung zu sichern. Dazu gehören Transparenz über Auslastung, Planungen und wirtschaftliche Kennzahlen ebenso wie Qualifizierung und eine strategische Personalplanung statt Personalabbau. Eine Verlängerung der Arbeitszeit auf 40 Stunden oder die Abwälzung von Konzernkosten auf die Beschäftigten lehnt die IG Metall ab.
Auch die Politik muss ihren Beitrag leisten. Notwendig sind wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger unnötige Bürokratie und eine gezielte Förderung von
Zukunftstechnologien. Öffentliche Unterstützung darf es jedoch nicht ohne Gegenleistung geben: Wer staatliche Mittel erhält oder vom deutschen Markt profitiert, muss sich zu Investitionen, Tarifbindung und Beschäftigungssicherung bekennen.
Zugleich braucht es Regeln, die industrielle Wertschöpfung und Produktion in Deutschland und Europa stärken.
Der Aktionstag ist für die IG Metall deshalb kein Schlusspunkt, sondern ein sichtbares
Signal für die weiteren Verhandlungen. Gemeinsam mit den Betriebsräten und Belegschaften wird sie den Druck für tragfähige Vereinbarungen aufrechterhalten.
Entscheidend sind nun klare Zusagen für beide Standorte, verbindliche Zuständigkeiten und ein überprüfbarer Zeitplan für deren Umsetzung.
PM/igm

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