Leserbriefe
Aktivistinnen in der Pforzheimer City (Foto: privat)
Das Aktionswochenende rund um den Internationalen Frauen*kampftag startete mit einer Verteilaktion an Marktständen auf dem Pforzheimer Wochenmarkt.
Es wurden Einkaufstüten verteilt, die darauf aufmerksam machten, dass Gleichberechtigung keine Selbstverständlichkeit ist. Die Tüten waren zudem mit Flyern zu Beratungsangeboten bei sexualisierter und häuslicher Gewalt in Pforzheim und dem Enzkreis bestückt.
Am Sonntagnachmittag versammelten sich zahlreiche Menschen auf dem Leopoldplatz, um an einer Kundgebung zum Internationalen Frauen*tag teilzunehmen, der in vielen feministischen Zusammenhängen auch als Frauen*kampftag bezeichnet wird. Eingeladen hatten Spotlight Pforzheim e.V., Lilith e.V., pro familia e.V. und Q-Prints & Service gGmbH. Die Moderation übernahm Sabrina Bauer, eine der beiden Geschäftsführerinnen von Lilith.
Die Redebeiträge spiegelten verschiedene Aspekte von Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Teilhabe wider. Den Auftakt machte Astrid Heesch, Geschäftsführerin von Q-Prints&Service. Sie ging auf Frauen* in der Arbeitswelt ein und erinnerte daran, dass viele Rechte, die heute selbstverständlich erscheinen, erst über lange Jahre erkämpft wurden. Zugleich machte sie deutlich, dass Frauen* weiterhin vor großen Herausforderungen stehen - zum Beispiel bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei ungleicher Bezahlung oder eingeschränkten Aufstiegsmöglichkeiten. Ihre Worte führten die Zuhörenden direkt zu der Frage, wie gesellschaftliche Rahmenbedingungen so gestaltet werden können, dass Gleichberechtigung tatsächlich gelebt werden kann.
Im Anschluss ordnete Caleb Davis, Projektleitung von Queer Space bei Spotlight Pforzheim, den Tag in seinen historischen Kontext ein. Caleb Davis erklärte die Ursprünge des Aktionstags als Protestbewegung für politische und soziale Rechte und bezog dabei bewusst FLINTA*-Personen ein - also Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Menschen. Außerdem griff Caleb Davis aktuelle politische Debatten auf, etwa rund um den § 218 des Strafgesetzbuches, und erläuterte das Konzept der Intersektionalität, das beschreibt, wie verschiedene Formen von Diskriminierung zusammenwirken und warum Gleichberechtigung unterschiedliche Lebensrealitäten berücksichtigen muss. Ergänzt wurde dieser Beitrag von einer Vertreterin des Offenen Antifaschistischen Treffens Pforzheim, die die Bedeutung von zivilgesellschaftlichem Engagement und solidarischen Bündnissen hervorhob, um Diskriminierung und Ausgrenzung wirksam entgegenzutreten.
Sabrina Bauer von Lilith rückte abschließend das Thema sexualisierte Gewalt in den Mittelpunkt. Sie betonte, wie wichtig es ist, offen über Gewalt zu sprechen, Betroffene zu stärken und niedrigschwellige Hilfsangebote zugänglich zu machen. Vor und nach den Redebeiträgen konnten die Besucher*innen selbst aktiv werden. Auf vorbereiteten Plakaten vervollständigten sie den Satz „Ich brauche Feminismus, weil ..." mit eigenen Gedanken, und auf dem Platz entstanden Straßenkreidebotschaften zu
Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Teilhabe. Viele nutzten die Gelegenheit, mit den Organisationen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und sich über Beratungsangebote zu informieren. Die Veranstaltenden zeigten sich zufrieden mit der Resonanz und betonten, wie wichtig es ist, den Austausch und die Sichtbarkeit für Gleichberechtigung zu fördern.
PM
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