Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Boch,
die Gemeinderatsgruppierung der Grünen Liste stellt den Antrag:
Überprüfung und Verbesserung des Hitzeschutzes in Kindertageseinrichtungen,
Schulkindbetreuungen und Schulen, sowie die Entwicklung eines kommunalen Hitzeschutzkonzepts.
Der Gemeinderat beschließt, die Verwaltung wird beauftragt,
1. den Hitzeschutz an sämtlichen Kindertageseinrichtungen, Schulkindbetreuungen und
Schulen der Stadt Pforzheim zu überprüfen. Dabei sollen insbesondere die baulichen
Gegebenheiten, der Sonnenschutz, die Raumtemperaturen sowie bestehende Maßnahmen
zur Vermeidung von Hitzebelastungen bewertet werden.
2. auf Grundlage der Überprüfung ein kommunales Hitzeschutzkonzept für
Kindertageseinrichtungen, Schulkindbetreuungen und Schulen zu erarbeiten. Dieses soll
sowohl kurzfristig umsetzbare Maßnahmen (z. B. Verschattung, Sonnenschutz, angepasste
Tagesabläufe, Trinkwasserversorgung und Lüftungskonzepte) als auch mittel- und
langfristige Investitionen zur Verbesserung des Hitzeschutzes umfassen.
3. dem Gemeinderat die Ergebnisse der Bestandsaufnahme sowie einen Maßnahmen- und
Zeitplan zur Umsetzung vorzulegen.
4. im Rahmen der Bestandsaufnahme und der Konzepterstellung geeignete Förderprogramme
von Bund, Land und gegebenenfalls der EU zu prüfen und darzustellen, inwieweit diese zur
Finanzierung von Maßnahmen zum Hitzeschutz und zur Klimaanpassung genutzt werden
können.
Begründung:
Die jüngste Hitzewelle hat erneut deutlich gemacht, wie stark hohe Temperaturen insbesondere
Kinder sowie die Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen, Schulkindbetreuungen und Schulen
belasten. Während Schülerinnen und Schüler unter bestimmten Voraussetzungen hitzefrei erhalten
können, verbringen Kinder in Kindertagesstätten und Schulkindbetreuungen ihren gesamten
Betreuungstag auch bei extremen Temperaturen in den Einrichtungen. Gerade in älteren Gebäuden
steigen die Raumtemperaturen häufig auf ein gesundheitsgefährdendes Maß an.
Kinder gehören zu den besonders hitzeempfindlichen Bevölkerungsgruppen. Langanhaltende hohe
Temperaturen beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit,
sondern können auch zu gesundheitlichen Risiken führen. Gleiches gilt für die pädagogischen
Fachkräfte, die unter diesen Bedingungen ihre verantwortungsvolle Arbeit leisten müssen.
Der Klimawandel führt dazu, dass Hitzewellen künftig häufiger auftreten, länger andauern und
intensiver ausfallen werden. Der Schutz vor Hitze ist deshalb eine zentrale Aufgabe der
kommunalen Daseinsvorsorge und eine notwendige Maßnahme zur Anpassung an die Folgen des
Klimawandels.
Die Stadt Pforzheim sollte daher zeitnah den Handlungsbedarf an ihren Einrichtungen ermitteln und
ein einheitliches Hitzeschutzkonzept entwickeln. Ziel ist es, die Gesundheit von Kindern und
Beschäftigten zu schützen, die Aufenthaltsqualität in den Einrichtungen nachhaltig zu verbessern
und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen umzusetzen. Dabei sollen auch bestehende
Förderprogramme von Bund, Land und EU genutzt werden, um die finanziellen Belastungen für den
städtischen Haushalt möglichst gering zu halten.
Mit freundlichen Grüßen
Grüne Liste
Petra Bösl Axel Baumbusch
29.06.2026
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