Rubrikübersicht | Impressum | 10. Juli 2026


Demokratie und Aktion

Maifest 2026 des DGB Pforzheim/Enzkreis gut besucht

Bild: Am Mikrofon - Achim Unseld, stv. DGB-Kreisvorsitzender (Foto:ron)

Am Mikrofon - Achim Unseld, stv. DGB-Kreisvorsitzender (Foto:ron)

Rund 300 Menschen, darunter auch viele Funktionsträger aus Politik und Gewerkschaften hatten sich bei bestem sonnigen Wetter auf dem Pforzheimer Marktplatz zum traditionellen Maifest des DGB unter dem Motto "erst unsere Jobs - dann Euro Profite " versammelt.

Achim Unseld, stv. DGB-Kreisvorsitzender kritisierte zum Auftakt, das angesichts der Wirtschaftskrise die Beschäftigten aktuell massiv unter Druck ständen. Versäumnissse wie kaputtsparen der Infrastruktur und Daseinsvorsorge bereiteten den Menschen Sorge. Die Jobverluste beliefen sich auf rund 10.000 Arbeitsplätzen jeden Monat, hauptsächlich im industriellen Bereich. Auch Bürgermeister Frank Fillbrunn (FDP) unterstützte als weiterer Redner die Veranstaltung, für ihn seien Arbeitsplätze und Profit nicht zu trennen. Der DGB müsse angesichts der aktuellen Probleme "laut bleiben" Und: Ein funktionierender Sozialstaat sei ein wichtiger Standortfaktor, dafür gab es Beifall. Als Hauptrednerin gab es Kritik von Farina Semler an Überlegungen, den 1. Mai als Kampftag der Arbeiter abzuschaffen, der ja mal zur Schaffung des 8-Stunden-Tages auch in den USA eingeführt wurde. Auch dürfe nicht an der Arbeitszeitverkürzung gerüttelt werden, Denkmodelle wie einen 13-Stunden-Tag einzuführen erteilt Farina Semler ein deutliche Absage, das sei "Klassenkampf von oben". In vielen Bereichen seien die Beschäftigten bereits am Limit, so in der Pflege.
Auch dürfe nichts am Arbeitsschutzgesetz geändert werden, der Sozialstaat ist nicht teuer, Armut und Ungerechtigkeit dagegen. Wichtig sei auch die Weiterqualifizierung und Mitbestimmung, einer Transformation über Köpfe der Arbeitnehmer erteilte Semler eine Absage. Musik kam von der Gruppe Just for Fun die auch das italienische Partisanenlied "Bella Ciao" ganz gut intonierten. Es war einst ein Liebeskummerlied, später politisch bekannt geworden in der Version der italienischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg im Kampf gegen den Faschimus in der ganzen Welt bekannt wurde. Es entwickelte sich zu einer der Hymnen der antifaschistischen, anarchistischen, kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegungen. Auf dem ganzen Marktplatz gab es eine Vielzahl von Infoständen von Institutionen, Parteien und Verbündeten des DGB, z.B. ACE, AOK, Gewerbekultur, Bündnis 90/Due Grünen, alevitischer Kulturverein u.a.; auch eine Hüpfburg für die kleinsten Besucher war aufgebaut.

02.05.2026

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