Rubrikübersicht | Impressum | 06. März 2026


Demokratie und Aktion

Gregor Gsyi beim politischen Aschermittwoch der Linken im Kulturhaus Osterfeld.

Bild: Umjubelter Auftrit im Kulturhaus Osterfeld :  Gregor Gysi auf dem Podium (Foto: ron)

Umjubelter Auftrit im Kulturhaus Osterfeld : Gregor Gysi auf dem Podium (Foto: ron)


Zunächst mussten die ZuhörerInnen im fast voll besetzten grossen Saal im Kulturhaus Osterfeld noch etwas warten, da der Stargast des Abends noch vorher Fragen im Livestream beantworten musste.

Zuvor folgte eine Vorstellungsrunde mit verschiedenen KandidatenInnen der Linken, moderiert durch Stadtrat Marvin Weiß.
Unter grossem Applaus kam dann Gregor Gysi auf die Bühne, gefeiert fast wie ein Popstar. Und legte gleich pointiert und gekonnt scharfsinnig los zu verschiedenen wichtigen Themen, bei der Lösungsansätze der Linken vortrug.
So z.B. beim Kampf gegen den Sozialabbau, für günstigere Mieten sowie um die Gesundheitsversorgung..Hier nannte er die jüngst bekannten Pläne mit der Privatisierung der Zahnbehandlungskosten. Gysi nennt Zahlen, so haben etwa die fünf reichsten Menschen in Deutschland genauso viel Geld wie die untere Hälfte der Bevölkerung. Zum Thema soziale Gerechtigkeit eine Kennzahl: Nur fünf Menschen haben hier so viel Vermögen wie 42 Millionen. Das ist ein Ausdruck für ihn ein Akt größter Ungerechtigkeit. Inzwischen gäbe es allein in Deutschland 256 Milliardäre!

Weiter fordert die Linke Chancengleichheit für alle Kinder bei Bildung, Kultur und Sport
Pointiert sagt Gysi unter Beifall: „Können Sie sich die Tochter von Bürgergeldempfängern beim Reiten vorstellen? Auch die sportliche Begabung müsse gefördert werden, die Begabung muss aber vorher erkannt werden.

Sozialer Abstieg spielt den rechtsradikalen Parteien in die Hände spielt , eine Aufgabe der Opposition sei aber auch die Veränderung des Zeitgeistes. Er habe schon vor vielen Jahren einen gesetzlichen Mindestlohn gefordert, der damals abgelehnt wurde. Nun haben Jahre später andere Parteien das Thema endlich umgesetzt.
Er warnte auch vor autoritären Ideen, wie diese aktuell unter Trump u.a. in den USA sichtbar würden. hier kritisierte er die aktuell aggressive Außenpolitik der USA, mit dem Eingriff u.a. in Venezuela sichtbar würde oder Verlangen nach Übernahme von Grönland..Er forderte für die Ukraine eine Waffenstillstand, hält weitere Waffenlieferungen in diesem Zusammenhang nicht für sinnvoll. Für den Rechtsanwalt ist das Recht hier ein wichtiger Aspekt, auf das man sich verlassen können müsste.

Harte Kritik gab es auch an Plänen zur Rentenpolitik u.a. durch die Union , so. z.B. das Rentenalter weiter hochzusetzen, zugespitzt "von 70 dann irgendwann auf 80 Jahre?"
Seine Lösung: Alle sollten in die Rentenkasse einzahlen, auch Beamte, Abgeordnete oder Rechtsanwälte. Und forderte eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer u m wichtige Aufgaben des Staates zu finanzieren , auch in der Schweiz, "da habe noch kein Reicher deswegen das Land verlassen," sagte Gysi unter Applaus.
Gregor Gysi kritisierte weiterhin auch die Diskriminierung von Bürgergeldempfängern . Rund 830 000 Bürgergeldempfänger sind sozialversicherungspflichtig tätig, viele auch in Teilzeit beschäftigt wegen der Kindererziehung. Der Verdienst ist allerdings so niedrig, dass zusätzlich ein rechtlicher Anspruch (als AufstockerIn) auf Bürgergeld besteht. Zur FDP im Ländle meinte er trocken, "dass diese wohl keine 5 % erreichen werde," damit den Einzug in den Landtag nicht schaffen könne.
Gysi will Abgeordnetendiäten auf ein durchschnittliches Facharbeitergehalt deckeln. Diesem Vorschlag folgten dann auch die Kandidaten auf dem Podium in der Talkrunde: Kim-Sophie Bohnen, Amelie Vollmer und Mersedeh Ghazaei, sagten zu, dass sie ihre Einkommen als künftige Abgeordnete deckeln würden auf das durchschnittliche Facharbeitergehalt. "Abgehobene Gehälter führten zu abgehobener Politik".. Inzwischen haben die Mitglieder und Kandidaten übrigens 100.000 Haustürgespräche im Wahlkampf geführt, angepeilt ist noch eine Erhöhung auf 120.000 Gespräche. Zum Schluß gab es lang anhaltenden Beifall der anwesenden ZuhörerInnen, darunter viele Anhänger der Linken, denen es in der rund zweistündigen Vorstellung sicher nicht langweilig wurde.

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