Demokratie und Aktion
Plakate bei Aktion nach Fukushima vor dem ehemaligen AKW in Neckarwestheim (Foto:ron)
Am 26. April 1986 erschütterte die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl die Welt. In der BRD mobilisierten sich WissenschaftlerInnen, Elterninitiativen und Umweltgruppen gegen die Nutzung der Kernenergie, während die junge Partei der Grünen den Ausstieg forderte.
Auch in der DDR organisierten sich Oppositionsgruppen, unterschrieben Petitionen und verbanden Umweltfragen mit Kritik am politischen System. Auch bei uns im Schwarzwald wurden Menschen aktiv und sagten der Atomkraft den Kampf an. Lange hielten die damaligen Behörden in der UdSSR die Information über den Supergau zurück, bis Meßstationen u.a. in Schweden den Fallout meldeten. Ein lokaler Augenzeuge: "Es war ein schöner und sonniger Tag wir waren im wald unterwegs um Pilze zu sammeln, die wir auch später für eine Mahlzeit zubereitete. Erst Tage später erfuhren wir aus den Nachrichten, dass es in Tschernobyl zu einem Reaktorunfall gekommen war. Es wurde geraten, Freilandgemüse und Milchprodukte nicht mehr zu verzehren. Aktionsgruppen organisierten hier in Pforzheim/Enzkreis daraufhin eine Transport von nicht verstrahltem Milchpulver u.a. für schwangere Frauen, der Autor holte mit Helfern das Milchpulve mit einem grossen LKW dann in der Nähe von Karlsruhe aus einem Lagerhaus ab und verteilte es in Pforzheim und im Enzkreis, " die Säcke wurden uns gerade zu aus den Händen gerissen" und die Erinnerung daran, dass seine heutige Frau damals hochschwanger war, das Kind kam aber zum Glück ohne Schädigungen auf die Welt. Noch heute gibt es Rückstände u.a. Cäsium 137 bei Wildschweinen in der Gegend. Der Kampf gegen die Atomkraft nahm auch hier Fahrt auf, erst viel später nach dem Desaster von Fukushima beschloss die BRD den Ausstieg aus der Atomkraft, auch wenn heute wieder einige wegen der Ölkrise diese gefährliche Energieart wieder zurückhaben wollen. Wie schon 2011 nach Fukushima fanden bundesweit Veranstaltungen in Erinnerung an das AKW in Tschernobyl statt, dass seit 2022 von den Russen besetzt wurde, ein weiteres Sicherheitsrisiko . Wehret den Anfängen!
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