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theorie.org

Die Befreiung von Mensch und Tier in der Tierrechtsbewegung und der Linken

von Matthias Rude (26.09.2013 - 11:17)

Matthias Rude wirft in einem Streifzug durch die Geschichte emanzipatorischen Denkens Schlaglichter auf den weit zurückreichenden Gedanken, dass Befreiung nicht beim Menschen aufhört.

Der Band zeigt auf: Der Tierbefreiungsgedanke, der stets als Konsequenz, Fortsetzung und Erfüllung der auf den Menschen bezogenen emanzipatorischen Forderungen verstanden worden ist, ist genuin links; er hat seinen Ursprung in der Solidarität mit Tieren als ebenfalls Ausgebeutete. Weiterhin wird deutlich gemacht, dass der Kampf für Tierbefreiung stets auch ein Kampf für die Befreiung des Menschen war und er sich, wo er konsequent war, im Rahmen antikapitalistischer und sozialistischer Bestrebungen äußerte.

Beim Begriff «Speziesismus» handelt es sich um einen Neologismus aus dem Jahr 1970, der in Analogie zur Benennung anderer Ideologien zur Legitimation von Ausbeutung, Gewalt und Unterdrückung - wie Rassismus oder Sexismus - gebildet wurde: Durch Speziesismus wird die Ausbeutung der Tiere in der menschlichen Gesellschaft ideologisch gerechtfertigt und verschleiert. Immer wieder geht es dem Autor um die Frage, welche Zusammenhänge zwischen der «äußeren» Unterdrückung der Natur und der Tiere und der «inneren» Unterdrückung der Menschen untereinander bestehen. Naturbeherrschung schließt Menschenbeherrschung ein, der Mensch teilt deshalb im Prozess seiner Emanzipation das Schicksal seiner übrigen Welt.

Menschenrechts- und Tierrechtsbewegungen sind enge Verwandte, auch wenn sie sich dessen selbst oft nicht bewusst sind. Vor allem linke Bewegungen werden aber in Zukunft nicht umhin kommen, sich dem Thema mehr zuzuwenden: Die Unterdrückung der Tiere in der menschlichen Gesellschaft ist eine Kulturtradition, die in der heutigen Zeit jeder logischen Rechtfertigung entbehrt, und die zudem als Projektionsgrundlage und Rechtfertigung für Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg der Menschen untereinander dient. Der Band macht deutlich: Um eine wahrhaft befreite Gesellschaft zu erreichen, muss sich die Linke heute auf dieses bislang von ihr kaum beachtete (da nicht in den Diskurs der herrschenden Kultur passende) Gedankengut zurückbesinnen.

Alles rund ums Buch wird hier aktuell gesammelt: https://www.facebook.com/Antispeziesismusbuch

Der Autor:
Matthias Rude, Jahrgang 1983, Studium der Philosophie und Religionswissenschaft in Tübingen, aktiv in der Tierbefreiungsbewegung und in der Linken; Publikationen in linken Zeitungen und Zeitschriften.

1. Auflage 2013, Schmetterling Verlag Stuttgart, 200 Seiten, kartoniert, ISBN: 3-89657-670-4, 10,00 Euro.




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